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Hausboot-Ferien führerscheinfrei
 
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Hausboot-Ferien auf dem Canal du Midi in Südfrankfreich

Reisegebiet: Canal du Midi (Midi - Frankreich)
Reisezeit:9. bis 17. Oktober 2008
Start-Basis:Argens-Minervois (bei Narbonne)
Hausboot-Crew:Klaus Bartram und Familie
Unser Boot:Europa 600
Hausboot-Route:Argens-Minervois · Homps · Marseillette · Trèbes · Villedubert · Fresquel · Carcassonne · Le Somail · Port de Cesse · Ventenac-en-Minervois · Paraza · Roubia

Tag 1 - Donnerstag - 9. Oktober 2008

Vormittags packten wir zunächst in aller Ruhe sämtliche Reisetaschen. Unser Hausboot, das Hotel für den Zwischenstopp in Montpellier sowie der Hin- und Rückflug waren bereits seit Wochen gebucht. Jedem Reisenden stand ein Gepäckstück à 15 kg zu sowie zusätzlich noch ein Stück Handgepäck à 10 kg. Die ordnungsgemäße Gewichtsverteilung, kontrolliert mit der Personenwaage im Bad, gelang uns auch auf Anhieb. Aus dem restlichen Inhalt unseres Kühlschranks gab es dann noch eine kleine Mittagsmahlzeit, unsere Nachbarin Petra erhielt die letzten Instruktionen wegen Fische füttern, Post und Mülltonnen, und los ging's von Offenbach Richtung Flughafen Frankfurt-Hahn. Die 1,5-stündige Autofahrt verlief sehr kurzweilig, kein Stau, kein Unfall ... so dass wir um kurz vor 16:00 Uhr bereits am Airport ankamen und reichlich Zeit zum Kaffee trinken hatten. Das Einchecken begann genau zwei Stunden vor Abflug, die restliche Wartezeit verbrachten wir mit Lesen.

Unser Flug wurde gerade zum Einsteigen aufgerufen, als Klaus von zwei Mandanten begrüßt wurde, die sich auf dem Weg nach Spanien befanden und - weil früher als wir wieder zurück in der Heimat - androhten, ihre Buchhaltungsunterlagen zwischenzeitlich schon mal bei uns zu deponieren, damit Klaus am übernächsten Wochenende auch ordentlich was zu tun hat. Der Flieger von Ryanair war gut besetzt - und wer sitzt in der selben Reihe wie Heike? Ein ehemaliger Geschäftspartner, der mit seiner Familie ebenfalls auf dem Weg nach Südfrankreich in den Urlaub war. Zufälle gibt es. Nach der Landung erhielten wir ziemlich schnell unser Gepäck, auch wenn wir zunächst nicht davon ausgingen, dass die einzige schwarze Reisetasche, die noch auf dem Förderband herumlief, uns gehörte ... Aber dann hatten wir alles zusammen und ließen uns vom Flughafen Montpellier mit dem Taxi ins vorgebuchte Hotel chauffieren.

Die Hotelanlage "Citea Lattes" war der Taxifahrerin nicht bekannt und daher zwar nicht so ganz einfach zu finden, doch die Sucherei lohnte sich wirklich. Die Ferienhotel- und Appartementanlage in Lattes macht schon einiges her. Wir hatten eine tolle Wohnung über zwei Stockwerke mit vier Schlafzimmern und drei Bädern (obwohl wir eigentlich nur mit 2 Schlafzimmern gebucht und bezahlt hatten), einer voll ausgestatteten Küche, einem großzügigen Wohnraum und vor jedem Schlafzimmer gab's auch einen großen Balkon mit Aussicht auf die Kanalanlage.

Ferienhotel und Appartementanlage Citea Lattes

Im Sommer bestimmt voll ausgebucht und sehr reizvoll. Gegen 21:00 Uhr machten wir uns hungrig auf die Suche nach einem Restaurant. Erstmal hatten wir wohl keinen Orientierungssinn und liefen querfeldein, dann entdeckten wir aber, dass wir eigentlich nur um die Appartementanlage hätten herumgehen müssen, um auf die entsprechenden Lokalitäten zu treffen. Ein kleines Restaurant hatte geöffnet und freute sich auch über die zusätzlichen Gäste. Gegessen haben wir sehr gut (Kalbfleisch - Plat du jour -, Rindfleisch bzw. einen Kebabteller und Frites). Der Hauswein war wie üblich in Frankreich nicht zu verachten, und so gingen wir wohlgenährt zurück in unser Appartement und mussten uns nur noch über die Belegung der diversen Zimmer einig werden.
 


Tag 2 - Freitag - 10. Oktober 2008

Wir hatten morgens überhaupt keine Eile, denn die Weiterfahrt mit dem Zug von Montpellier bis Lézignan-Corbières mit Umsteigen in Narbonne war für 11:44 Uhr angedacht. Zugfahrpläne hatten wir bereits aus dem Internet. So genossen wir den herrlichen, fast sommerlich warmen Morgen auf der großen Terasse vor dem Wohnzimmer und entschlossen uns, in der weitläufigen Appartementanlage zunächst nach einem "kleinen Schwarzen" Ausschau zu halten. Fündig wurden wir wieder in der Bar/dem kleinen Restaurant, in dem wir auch den Vorabend verbracht hatten. So gab's erstmal frischen Kaffee und Kakao (für den Minderjährigen), dann schnappten wir uns unser Gepäck und ließen uns per Taxi zum Bahnhof in Montpellier bringen. Dort wollten wir an einem der Ticketautomaten "schnell" unsere Fahrkarten ziehen, endeten dann aber doch in der recht langen Warteschlange vor den regulären Verkaufsschaltern, da die Automaten zum einen unsere bargeldlose Zahlungsweise nicht akzeptierten, darüber hinaus keine Geldscheine annahmen und wir nicht Münzen in Höhe von über 50 Euro bei uns führten. Erst knapp vier Minuten vor Abfahrt hatten wir dann unsere Fahrscheine zusammen (das regte die Dame am Schalter aber überhaupt nicht auf) und wir erreichten gerade noch so den Zug. Ansonsten hätten wir zwei Stunden auf die nächste Verbindung warten müssen.

Marina Locaboat Holidays Port Occitanie in Argens-MinervoisDie Zugfahrt bis Narbonne verlief ohne besondere Vorkommnisse, das Umsteigen klappte problemlos, der Anschlusszug stand bereits da. In dem kleinen Ort Lézignan kam auch gerade ein Taxi, als wir den Bahnhofsvorplatz betraten, das uns zu unserer Marina "Locaboat Holidays" Port Occitanie in Argens-Minervois kutschierte. Gegen 13:30 Uhr kamen wir an. Dort wurden wir sogleich freundlich begrüßt und konnten sofort alle Formalitäten erledigen und das Gepäck auf unser bereitstehendes Charterboot bringen. Der Techniker war kurz zuvor mit dem Check-Up des Schiffes fertig geworden.

Wir konnten beobachten, wie auf einem Hausboot zwei Reihen neben dem unseren gerade eine technische Einweisung der "Neukapitäne" stattfand. Unser Boot "Gemini" vom Typ "Europa 600" gefiel uns gleich auf den ersten Blick; auch wenn - wie sich später herausstellte - die Prospektunterlagen und der DVD-Film etwas zu viel versprochen hatten; dennoch hatten wir in der Tat eine Art kleines Luxus-Hotelschiff angemietet. Ursprünglich wollten wir für unsere schon länger geplante Süd-Frankreich-Bootstour eigentlich wieder den gleichen Bootstyp nehmen, den wir bereits bei unserer Bootsreise in Venedig gebucht hatten. Hans-Georg Dörge von der Vermittlungsagentur "Freizeitkapitän" in Krefeld, über den wir nicht zum ersten Mal ein Boot gechartert hatten, gab Klaus jedoch den Tipp zu einer neuen 5-Sterne-Bootsklasse.

Hausboot Europa 600 - Canal du Midi

Das Sechs-Personen-Schiff "Europa 600" verfügt über drei komfortable Kabinen. Von jeder Kabine hat man direkten Zugang zu einem separaten Bad mit Dusche und WC. Auf dem Sonnendeck sorgt ein zweiter Kühlschrank jederzeit für erfrischende Getränke. Auch ein weiteres Waschbecken mit warmen und kaltem Wasser befindet sich an Deck. Alle Ferienboote der Europa-400/600-Klasse haben eine Gesamtlänge von 12,95 m und eine Breite von 3,84 m. Die Boote haben einen Innen- und Außen-Steuerstand, Bugstrahlruder, Hydraulik-Steuerung mit Ruderstandsanzeiger, 220/240 Volt Landstrom-Anschluss, 12 Volt Bord-System zum Laden von Handy, Laptop und Camcorder, Badeplattform mit Außendusche am Heck, Entertainment-Center mit Radio, Satellitenfernsehen, CD- und DVD-Spieler, Gasherd mit Backofen und Grill, 130 Liter Kühlschrank mit Gefrierfach, thermostatgesteuerte Heizung, komplette Ausstattung mit ausreichend Geschirr, Handtüchern und Bettzeug. Als Antrieb dient ein Schiffsdiesel mit 85 PS.

Zusammen mit der Zahlungs- und Buchungsbestätigung und weiteren Unterlagen kam Anfang September per Post auch eine DVD des Bootsvermieters. Sehr aufwendig gemacht und mit sehr vielen vollmundigen Versprechungen, die in der Praxis allerdings nicht alle in der dargestellten Weise erfüllt wurden. Das Teak-Holz-Deck blieb ohne aufstellbaren Sonnenschutz. OK, hier waren die Erklärungen des örtlichen Leiters der Marina durchaus nachvollziehbar. Zum einen in der Gegend immer wieder aufkommende plötzliche Winde sowie die an den Seitenrändern des Kanals teilweise tief herabhängenden Äste würden einen Sonnenschirm sicherlich ziemlich schnell in den Kanal befördern. Auch damit ließ sich leben, dass nicht wie im Film versprochen bei Ankunft wirklich alles vorbereitet sei, selbst die Betten seien bereits bezogen. Es ist ja wirklich kein großer Aufwand, ein paar Decken und Kissen in die bereitliegenden Bezüge zu stopfen. Ob der Motor wirklich mit Rapsöl statt mit profanem Diesel lief, wie in der DVD angekündigt, entzieht sich unserer Kenntnis, vermutlich eher nicht. Wir hatten unseren Laptop mitgenommen, denn im Hochglanzprospekt stand, "falls Sie ihr Notebook mitbringen, fragen Sie nach der drahtlosen Internetverbindung". Dem haben wir folge geleistet, doch dem Bootsvermieter der Marina in Argens-Minervois war das völlig neu. Von dieser Möglichkeit hatten sie dort bisher noch nichts gehört. Zum Leidwesen unseres Knaben hat das Satellitenfernsehen auch nicht so wirklich funktioniert, aber das Abspielen mitgebrachter DVDs hat zumindest geklappt. Nichtsdesdotrotz war die "Europa 600" eines der besten Boote, die wir je gefahren haben. Gut zu steuern, sehr komfortabel eingerichtet mit viel Platz und guter Ausstattung.

Marina Locaboat Holidays - Port Occitanie in Argens-Minervois Die vierköpfige Mannschaft teilte sich auf - Arne und Heike ließen sich mit einem Taxi zu einem großen Supermarkt bringen, um ausreichende Vorräte für die vor uns liegende Woche an Bord einzukaufen, während Klaus und Hans derweil auf die offizielle Übergabe des Bootes warteten. Der designierte Smutje und Heike ließen sich voll bepackt nach einer dreiviertel Stunde von der Droschke wieder abholen. Nach der Ankunft verstaute Arne alle Vorräte auf dem Schiff und dann gab's auch schon die technische Einweisung an Bord. Da wir ja alles alte (bootsfahrtechnisch gesehen) Hasen sind, und Klaus ein wirklich erfahrener Schiffsführer ist und dies wohl auch entsprechend "ausstrahlt", gab's nur ein kurze Übergabe mit Hinweis auf die Besonderheiten des Bootes. Klaus musste auch keine Ehrenrunde mit dem Boot vor den Augen des Technikers drehen, nein, wir wurden gleich in die Freiheit der unendlichen Weiten des Canal du Midi entlassen. Nach einer kleinen Kaffeepause mit Eis an Bord - vorbereitet von unserem Smutje Arne - ging's auch schon los.

Mit dem Hausboot auf dem Canal du MidiWir legten gegen 16:00 Uhr in Argens-Minervois Richtung Westen ab. Die Mannschaft durfte sich auch gleich nach einem Kilometer in einer Doppelschleuse beweisen - es gab hierbei seitens des Schiffsführers jedoch keine Beanstandungen. Alles klappte bestens. Nach weiteren drei Kilometern kamen kurz hintereinander noch drei Schleusen, die wir ebenfalls mit Bravour meisterten. Zwischen der ganzen Schleuserei fand unsere Smutje sogar noch Zeit, einen Snack für uns alle zuzubereiten; und der von ihm komponierte Käsetoast schmeckte wirklich ganz hervorragend und war auch unsere erste richtige Mahlzeit an diesem Tag. Da im Oktober hier die Schleusen ihren Betrieb um 18.00 Uhr einstellen, war bald eine Weiterfahrt nicht mehr möglich und wir legten für den ersten Abend an Bord in Homps an.

Restaurant in Homps gegenüber dem HafenbeckenWeil es noch so schön warm war, genossen wir zunächst gemütlich einen Aperitif an Deck und gingen dann anschließend gemeinsam auf Restaurantsuche. Wir wurden auch sehr schnell auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenbeckens fündig. Dort genossen wir heimische Menüfolgen (menue du territoire) mit Krabbencocktail für die drei Erwachsenen bzw. Fischsuppe für unseren Sohn, Ente in Orangensoße für Arne, Hans und Heike, und Truthahnbraten für den Schiffsführer. Danach noch Käseauswahl, Flan und Kaffee. Das reichliche Essen und der Wein zeigte Wirkung und wir mussten daher noch einen kleinen Verdauungs-Spaziergang am Kanalufer und durch die nahegelegene Marina von "Connaisseur" an der frischen Luft machen. Zurück an Bord schauten wir uns auf dem "Entertainment Center" im Salon noch ein paar Szenen aus Loriots Fernsehcartoons und Sketchen auf DVD an. Gegen Mitternacht ging's dann müde und wohlgenährt in die Kojen.


Tag 3 - Samstag - 11. Oktober 2008

Smutje Arne auf dem HausbootMorgens verwöhnte uns Smutje Arne mit einem richtigen "continental breakfast": Ganz super! Er ist sogar extra deswegen als erster aufgestanden. Und das will bei einem Langschläfer wie ihm schon was heißen, ganz besonders in den Ferien. So gestärkt machten wir zunächst zu Fuß eine kleine Runde durch Homps, um die Überreste der Malteser zu erkunden. Aber leider konnte man die Kirche und die Keller nicht von innen besichtigen und auch sonst machte der Ort einen eher verschlafenen Eindruck. Allerdings gab es zwei hübsche Pensionen, die sich auf irgendwelche Maltesergeschichten gründen und ein besonders Ambiente bieten. Somit ein kleiner Reisetipp für alle, die nicht mit dem Boot unterwegs sind. Die Hochsaison ist um diese Jahreszeit eben vorbei und damit schließen häufig auch kleine Museen und Souvenirläden. Aber lebensmitteltechnisch waren wir ja glücklicherweise gut versorgt und mussten uns somit dahingehend keine Gedanken machen, eine Einkaufsgelegenheit aufzutun.

Auf dem Canal du Midi Richtung CarcassoneWir legten alsbald ab und fuhren dann gemütlich weiter auf dem malerischen Kanal in Richtung Carcassonne. Auf der heutigen Strecke bewältigten wir 2 Schleusen, 3 Doppelschleusen und sogar eine Dreifach-Schleuse. Überall trafen wir auf sehr nette und hilfsbereite Schleusenwärter und -wärterinnen, nur bei der Doppelschleuse "écluse de l'Aiguille" rührten die beiden anwesenden "Herrlichkeiten" keinen Finger, sondern wiesen uns nach geraumer Wartezeit lautstark darauf hin, dass Schiffsführer Klaus gefälligst mehrere Meter bis zur Leiter kurz vor dem Schleusentor zurückfahren solle, damit Heike an der schön glitschigen Treppe hochkraxeln kann, um dann anschließend oben die Taue in Empfang zu nehmen. Für Ungeübte sicherlich kein ganz ungefährliches Unterfangen. Aber auch das war letztlich für unser eingespieltes Team kein wirkliches Problem - trotzdem fanden wir das gar nicht nett, zumal die beiden ungehobelten Kerle dabei auch noch ziemlich dumm grinsten. Sie hielten das Ganze wohl für einen großen Spaß. Während der offiziellen Mittagspause der Schleusenwärter (12:30 bis 13:30 Uhr) legten wir am Kanalufer vor einer Brücke an, denn unser Smutje hatte bereits am Vormittag schon auf einen geplanten formidablen Lunch hingewiesen, er bewirtete uns mit leckeren selbstgemachten Cheeseburgern. Über Mittag herrschte fast sommerliche Hitze, so dass uns allen die kleine Zwangspause gut getan hat.

Dann ging's weiter. Der geprüfte Schiffsführer Klaus kam heute nur bei Engstellen, gefährlich niedrigen Brücken, Schleusen und beim An- und Ablegen ans Ruder, den Rest der Fahrerei teilten sich Opa Hans und Enkel Arne. Immer wieder interessant und ungewöhnlich, mit dem Boot über eine Brücke zu fahren, statt wie üblich darunter hindurch ... Zur Freude unseres Knaben gab es an vielen Schleusen ganz liebe und nette Schleusenhunde. Der Schiffsführer erfreute sich dagegen eher am Anblick netter Schleusenwärterinnen ... ;-)

Abends machten wir dann in Marseillette fest, einem Ort, der laut unserer Navigations-Karte einige Wahlmöglichkeiten zum Essen gehen, Einkaufen u.ä. versprach, der aber nichts von alledem (mehr) aufwies, nur eine kleine 2-Sterne-Bar, die aber nicht sehr einladend wirkte. Dennoch wanderten wir durch den gesamten Ort und bewunderten auch den Uhrturm.

Der Uhrturm in Marseillette stammte bereits aus Napoleons Zeiten und diente als Relaisstation für das optische Übertragen von Nachrichten der in Südfrankreich stationierten Truppen. Mit der Einführung der Morsetechnik verlor diese Station dann aber an Bedeutung und irgendwann erwarb die Gemeinde den Turm, um ihn zum offiziellen Uhrturm umzufunktionieren.
Anlegestelle in Marseillette
A
bends frischte der Wind sehr stark auf, so dass es an Deck bald zu kühl wurde und wir uns daher ins Innere des Bootes zurückzogen. Abends durfte Heike unter Smutje Arnes Anleitung Kartoffelgratin mit Rührei und Gemüse zubereiten, zum Dessert gab's erst Käse und dann noch Pudding. Mit Loriot's Papa Ante Portas sowie dem High School Musical kam auch das Bordkino wieder mal zum Einsatz. Nach Tee und Gesprächen ging's total müde in die gemütlichen Kojen.




Tag 4 - Sonntag - 12. Oktober 2008

Der nachfolgende Morgen war ziemlich trüb - aber das kam nicht überraschend für uns, denn für Sonntag und Montag wurde ja bereits in der heimischen Wettervorausschau schon nicht ganz so tolles Wetter für die Gegend vorhergesagt. Das Frühstück war aber wieder klasse und stand pünktlich um neun Uhr von Smutje Arne vorbereitet auf dem Tisch. Gegen zehn Uhr legten wir ab, denn wir wollten den zwischenzeitlich "aufgerissenen" Himmel und mit ihm die besseren Wetteraussichten nutzen.

Canal du Midi - Schmale Durchfahrten

Heute war der Tag der vielen niedrigen Brücken, sehr schmalen Durchfahrten und Schleusen. Aber zunächst konnten wir bei dann doch noch relativ schönem Herbstwetter ein immerhin neun Kilometer langes Kanalstück ohne besondere anstrengenden Aktivitäten genießen. Unser Smutje Arne brachte unterwegs frischen Kaffee und Kekse auf das Oberdeck und wir ließen es uns so richtig gut gehen.

Dreifachschleuse bei TrèbesBei Trèbes gab's dann die erste Dreifachschleuse. Wir legten kurz an, um das Herabschleusen zweier entgegenkommender Boote abzuwarten. Der Ort wirkte sehr nett, zumal auch ein einladendes Restaurant am Kanalufer nahe der Schleuse stand. Vielleicht was für die Rückfahrt? An einer der vielen engen und niedrigen Brücken kam uns ein relativ großes Ausflugsschiff entgegen. Im Gegensatz zu uns war es für sie nicht so ganz einfach hindurch zu manövrieren.

Eine Schleusenanlage weiter bei Villedubert kam (für Arne) das Beste:

Arne und der kleine Hund des Schleusenwärters bei VilledubertDer kleine Hund des örtlichen Schleusenwärters, der Arne (und den Arne) sofort ins Herz schloss.  Der kleine Hund folgte uns bis zur 800 Meter entfernten nächsten Schleuse, an der wir Mittagspause machten und leistete Arne Gesellschaft. Der niedliche Vierbeiner war sehr zutraulich und auch recht neugierig. Er kam sogar von alleine aufs Boot. Aber selbst nachdem wir wieder abgelegt hatten, folgte uns der Hund noch so einige Kilometer, wobei er zwischendurch auch ein paar mal ins Wasser sprang und schwamm. Wir fürchteten schon, der Kleine würde gar nicht mehr umkehren, aber irgendwann passierten wir drei andere Boote, die uns entgegen den Kanal abwärts fuhren und so entschloss sich der Hund wohl wieder Richtung Heimat zu laufen. Vielleicht würden wir den treuen Begleiter ja auf dem Rückweg wiedersehen.

Bei Fresquel, der nächsten Dreifachschleuse, frischte der Wind dann gehörig auf und es fing an zu tröpfeln. Just bei der Durchfahrt des Schleusentors versagte plötzlich das Bugstrahlruder und der Motor ging auch noch aus. Damit waren wir auf einmal nahezu manövrierunfähig. Ein klein wenig rammelten wir seitlich an das Tor, doch dank der rund um das Boot fest vertäuten Fender gab es nicht einmal einen geringfügigen Kratzer am Boot und auch die Schleusentore sind sicherlich schlimmeres gewohnt. Bei dieser Gelegenheit zeigte es sich mal wieder, wie gut es ist, sich auf einen erfahrenen Schiffsführer verlassen zu können. Ohne Panik oder Hektik wurde das Boot eben mit dem restlichen Schwung ohne die technische Wunderwaffe in Form eines Bugstrahlruders in die Rundschleuse hineinmanövriert, und während der Rest der Besatzung mit den Leinen beschäftigt war, gelang es Klaus, den Motor wieder anzuwerfen, so dass wir dem Wind und der Strömung die Stirn bzw. den Bug bieten konnten. Die nächsten zwei Schleusen verzichteten wir vorsichtshalber auf den Gebrauch des Bugstrahlruders, was uns allen etwas mehr Kraft als bisher kostete, da wir das Motorboot mehr mit den Leinen "manuell" in der Scheusenkammer positionieren mussten. Aber es ging alles gut und nach der letzten Schleuse regnete es nicht mehr weiter und der Wind flaute auch etwas ab. Typisch, es kommt eben immer alles zusammen. Selbst das Bugstrahlruder war wieder voll einsatzfähig.

Blick auf CarcassonneDie letzten Kilometer bis Carcassonne verliefen wieder in einem ganz hübschen Kanalbett und bald konnten wir Backbord die große Festung ausmachen. Nur noch eine Schleuse trennte uns von der Hafenanlage. Als wir diese geschafft hatten und noch wie vorgeschrieben römisch-katholisch angelegt hatten (hat wohl historische Gründe, denn immerhin beherbergte die Festung die Inquisition), mussten wir uns nur noch in der Capitainerie anmelden, Wasser nachfüllen und den Außenstrom anschließen, und dann durften wir uns endlich ein wenig bei einem heißen Kaffee und Tee erholen. Arnes Argusaugen hatten natürlich sofort entdeckt, dass es in Carcassone unweit des Hafens und des Bahnhofs einen McDonald's gab, der auch ziemlich bald für den Erwerb seines Nachmittagsnacks besucht wurde. Der einsetzende Regen hielt uns zunächst von einer Stadtbesichtigung ab und wir kamen endlich mal dazu, unsere importierte Reiseliteratur bei einem Gläschen Wein zu studieren. Das Wetter lud auch später nicht zu einem Stadtrundgang ein, und so beschlossen wir, den Abend an Bord zu verbringen.

Carcassonne Spiel des Jahres 2001
Carcassonne
Spiel des Jahres 2001


Arne holte sich nochmals Nachschub bei McDonald's und Klaus wurde zum nahegelegenen Supermarkt geschickt, um ein frisches Baguette zu erstehen. An Bord unseres Luxus-Hausbootes gab's dann Käse, Wurst, Rotwein und Brot und noch mehr Wein.

Anschließend wurde dann mit gehörigem Eifer Carcassone gespielt - einzigartig vor echter Kulisse. Sowas hat man nicht oft. Selbstverständlich gewann Arne!


Tag 5 - Montag - 13. Oktober 2008

Ein trüber Morgen mit feinem Nieselregen zunächst; ganz wie vorhergesagt. Nach einem gemütlichen Frühstück ging's erstmal zum Duschen in die örtliche Hafenanlage. Komfortabler als in den doch etwas beengten Räumlichkeiten an Bord unseres Motorkreuzers. "Landfein" herausgeputzt machten wir uns auf den Weg zur weltberühmten Festungsanlage. Es wurde relativ warm, der feine Nieselregen hörte bald auf und es blieb trocken, auch wenn der Himmel den ganzen Tag bewölkt bleiben sollte. Der Anstieg zur Festung wurde insbesondere von Hans meisterlich bewältigt, aber danach mussten wir gleich mal zu Kaffee und Kuchen bzw. auf ein Eis einkehren.

Carcassonne wurde von den Römern im 1. Jahrhundert v. Chr. gegründet und zählt heute zu den am besten erhaltenen Festungsstädten Europas. Die Burgstadt liegt auf einer Anhöhe über dem Aude-Tal und erlaubte die Kontrolle der Handelswege zwischen Atlantik und Mittelmeer. Die cité innerhalb der Mauern ist heute ein einziges Touristenzentrum. Auf den 14 Hektar, auf denen im Mittelalter 3-4.000 Menschen wohnten, leben heute nur noch ca. 230 Einwohner ständig. Alle anderen arbeiten für den Tourismus und leben außerhalb. Die ganze Festungsanlage ist letztlich eine Art ausgedehntes Freilichtmuseum und normalerweise für Autos nicht zugänglich. Man macht allerdings Ausnahmen beim Lieferverkehr und bei Hotelgästen. Im 13. Jahrhundert beherbergte die Festung die zentrale Verwaltung der Inquisition in Süd-Frankreich. Die im 19. Jahrhundert restaurierte Altstadt mit gut erhaltener doppelter Stadtmauer wurde 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Festungsanlage Carcassonne

Die Festung ist riesig, man könnte durchaus 3 km außen an der alten Festungsmauer entlang laufen. Das ersparten wir uns allerdings, sondern machten uns lieber auf Entdeckungstour durch die gesamte Anlage. In der Festungsanlage selbst gibt es Hotels, eine Jugendherberge, etliche Geschäfte, mehrere Bars, einige Restaurants und die allgegenwärtigen Souvenirshops. Wir erspähten bald den Eingang zum Inneren der Festungsanlage. Der Weg zur Kasse war vorsorglich mit Absperrbändern auf große Menschenmassen eingerichtet; nur gab es an diesem Montag keine. Zum Glück, denn so konnten wir ganz in Ruhe die Festung besichtigen und den Museumsshop stürmen. Danach besichtigten wir noch das Inquisitions-Museum, das wirklich beeindruckend und ziemlich echt die hässlichen Foltermethoden darstellte. Danach hat man keinen Hunger mehr ...

Anschließend liefen wir noch etwas weiter durch die Altstadt, allerdings wurde unser Zug durch die Geschäfte nicht von Erfolg gekrönt, da die auf den ersten Blick ganz schönen Gobelins (für Christine) "made in China" waren und somit nicht unserem gehobenem Anspruch auf authentische Souvenirs genügten. Naja, aber wenigstens hatten wir ganz nette Postkarten gefunden.

Zurück an Bord des Hausbootes ...Später ging's zurück an Bord und wir beschlossen, den Tag doch noch zur Weiter- bzw. Rückfahrt zu nutzen, denn mittlerweile hatten sich im Hafen so einige Boosturlauber versammelt, die nach dem obligatorischen Festungsbesuch bestimmt am nächsten Morgen alle gleichzeitig losstürmen würden. Wir nutzten also die verbleibende Nachmittagszeit und gelangten problemlos durch die vielen Schleusen. Die Fahrt ging gut voran, gelegentlich etwas gebremst von zu Ausflugsschiffen umgebauten ehemaligen Frachtschiffen, die in der kurvenreichen Strecke nur langsam vorwärts kamen, insbesondere bei Gegenverkehr. Als die Strecke dann wieder frei wurde, gaben wir Gas und kamen zunächst auch wieder gut voran. Selbstverständlich jedoch nicht schneller als die auf dem Kanal vorgeschriebenen 8 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Doch plötzlich gab's einen hässlichen lauten Alarmton, der im ersten Moment vom Pfeifen eines Wasserkessels nicht so richtig zu unterscheiden war. Das Motor war zu heiß, der Sekundär-Kühlkreislauf musste wohl irgendwie versagt haben bzw. von Blättern oder Ähnlichem verstopft sein, denn es wurde auch kaum noch Kühlwasser ausgestoßen. Schiffsführer Klaus drosselte unverzüglich die Maschine und wir machten uns zum alsbaldigen Not-Anlegen am Rande des Kanals bereit, als der Warnton auch schon wieder verstummte. Wir fuhren daher ganz langsam mit niedriger Drehzahl weiter, mit ständigem Blick auf die Anzeige der Wassertemperatur des Motors, die knapp unter 100 Grad stand. Langsam fing die Temperatur an zu fallen, auch wenn der Wasserausstoß außenbords noch immer sehr gering war. Wir beschlossen vorsichtig weiter zu fahren. Nach dem anfänglichen Schrecken ließen wir uns aber dennoch die Laune nicht verderben, zumal die Luft merklich wärmer wurde und damit besseres Wetter versprach.

Anlegeplatz in TrèbesGegen Abend legten wir dann in Trèbes an, direkt gegenüber einer Connoisseur-Marina. Vielleicht arbeiteten diese ja mit unserem Vermieter bei technischen Hilfeleistungen zusammen, so überlegten wir. Dies konnten wir aber nicht mehr herausfinden, da es bereits kurz nach 18:30 Uhr und damit der Arbeitstag beendet war. Bei unserem Bootsvermieter lief auch nur noch eine Bandansage (man konnte jedoch keine Nachricht hinterlassen). Na, was soll's, übernachten konnten wir allemal und hier gab's doch auch das schöne Mühlenrestaurant, das wir bereits beim Hochschleusen auf der Hinfahrt für einen Abstecher geistig vorgemerkt hatten. Als Arne kurz nach dem Anlegen begann, die örtlichen Enten zu füttern, kam plötzlich auch noch eine Bisamratte hinzu. Das Tierchen war recht zutraulich und versuchte sogar die rückwärtige Badeplattform unseres Hausbootes zu erklimmen, allerdings ohne Erfolg.

Die Bisamratte (Ondatra zibethicus) oder Bisam ist eine ursprünglich ausschließlich in Nordamerika beheimatete Nagetierart, die sich ausgehend von Böhmen und später Frankreich über fast ganz Europa und Asien ausgebreitet und als neue Art etabliert hat. Die im deutschen Sprachgebrauch üblicherweise verwendete Bezeichnung Bisamratte ist biologisch irreführend, denn es handelt sich bei der Bisamratte keineswegs um eine Rattenart. Die Bisamratte gehört vielmehr zu den Wühlmäusen, deren größter lebender Vertreter sie ist.

Restaurant in TrèbesKlaus, Hans und Heike erkundeten die Lage, währenddessen Arne an Bord unseres Hausbootes blieb. Das von uns gewählte Restaurant hatte ab 19:30 Uhr geöffnet (aber auch erst pünktlich um diese Uhrzeit und auch keine Minute eher), so dass Klaus in aller Ruhe Arne die frohe Botschaft überbringen und ihn am Boot abholen konnte. Vater und Sohn kamen mit dem Fahrrad zum Lokal. Wobei es zuvor eine Weile dauerte, bis der Code der Zahlenschlösser geklärt war. Derweil spazierten Vater und Tochter noch ein wenig bei der Schleusenanlage herum und ergatterten noch einen Tisch, denn mittlerweile hatte sich vor dem Restaurant sogar eine kleine Warteschlange gebildet. Das Restaurant hielt, was seine Fassade versprach - das Essen und das Ambiente waren einfach vorzüglich! Vom Apperitif (Pastis/Port) bis zum Digestif (Calvados) war alles eine Klasse für sich; Vorspeisen: Froschschenkel (Klaus), Linsensuppe für die drei anderen; Lachs für Arne; Wildschwein für die restliche Mannschaft; Käse, Crème brulée bzw. Apfelkuchen zum Dessert.

Abendstimmung an DeckTotal gesättigt machten wir uns auf den Rückweg. Die Postkarten an die Daheimgebliebenen wurden beim nahegelegenen örtlichen Postamt auch noch auf den Weg gebracht. Nun war es mittlerweile so ein laues Nächtle geworden, dass wir uns anschließend mit unserer in der Heimatmarina erworbenen riesigen Duftkerze an Deck setzten und die frische Luft genossen. Die gegenüberliegende Bar drehte dazu noch voll ihre Lautsprecher auf, so dass wir einen echten Sommerabend genießen konnten.
 


Tag 6 - Dienstag - 14. Oktober 2008

Bei strahlendem Sonnenschein wachten wir auf. Der erste Anruf galt natürlich unserer Marina, die uns nach der Schilderung unseres technischen Problems rieten, einfach den Motor zu starten und zu schauen, was daraufhin passiert. Meistens wäre nämlich irgendwelcher Schmutz/Blätter/Plastiktüte aus dem Kanal daran Schuld, dass sich etwas vor den Kühlkreislauf legte bzw. verstopfte. Über Nacht kühle sich der Motor sowieso ab, und meistens würde der Schmutz dann absinken oder "weiterschwimmen". Also keine Panik! Deshalb gingen Arne und Heike erstmal zum Bäcker und erstanden ein frisches Baguette, ein Croissant und noch einen leckeren Apfelkuchen für die Nachmittagspause. Das Frühstück fiel aber bis auf weiteres aus, da alle noch vom gestrigen Restaurantbesuch total gesättigt waren. Also legten wir ab und - der Motor lief, und das Kühlwasser kam schwallweise heraus.

Dreifachschleuse bei Moulin de TrèbesBei der Moulin de Trèbes mussten wir erstmal die Dreifachschleuse durchfahren und es herrschte Hochbetrieb. Drei Hausboote warteten bereits als wir kamen, und zwei weitere folgten uns. Die Wartezeit nutzten wir, indem wir in einem Laden nahe der Schleuse frisch gekochte Marmeladen und Konfitüren besorgten. Dann ging's weiter Richtung Westen. Mittagessen (Chili con Carne) gab's nur für Klaus und Arne, der Rest der Mannschaft verspürte immer noch keinen Appetit.

Der Kanal schlängelte sich ruhig dahin, das Wetter war einfach toll und das Abwärtsschleusen lief ganz ohne besondere Vorkommnisse. Während der obligatorischen Schleusenmittagspause von 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr legten wir am Kanalufer an, und wer wollte konnte sogar die Außendusche zur Erfrischung einsetzen. Richtiges Sommerfeeling in Badesachen! Bei der Doppelschleuse "écluse de l'Aiguille" hatte heute ein anderer Schleusenwärter Dienst, nicht die unfreundlichen Kerle wie beim Hochschleusen. Wir nahmen uns daher auch die Zeit, um ein Auge auf die in der Schleusenanlage ausgestellten Kunstwerke zu werfen.Kaffee und Kuchen an Deck

Unterwegs gab es Kaffee und den am Morgen in Trèbes erstandenen frischen Kuchen an Deck, und auch mal ein kleines Nickerchen ... Bootsmann Arne steuerte heute vom Oberdeck aus das Motorboot über eine weite Strecke alleine. Selbst schmale Überführungen oder niedrige Brücken waren kein Problem für ihn. Auch nicht, dass zeitweise reger Verkehr auf der Wasserstraße herrschte. Eine kurze Pause vor der Schleuse nutzen Mutter und Sohn zum Seilspringen.

Beim Souvenir-Kauf an der letzten Schleuse vor HompsAn der letzten Schleuse vor Homps (Jouarres) erstanden wir noch eine gute Flasche Rosé aus der Region und weitere Mitbringsel (schöne Motive für Küche und Bar), damit hatten wir nun unsere Souvenirs beisammen. Der Schleusenwärter hatte auch gerade seine kleine Tochter im Buggy herausgebracht, und so gab's Kinder und Hunde, und für das leibliche Wohl war auch gesorgt.

Nach der Schleuse gab's plötzlich wieder lautstarken "Motoralarm" und wir machten daher eine Zwangspause am Kanalufer. Nach zwei Tassen Kaffee war das Problem allerdings von alleine wieder behoben und wir legten die restlichen Meter bis Homps zurück. Die Hafenanlage war voll besetzt, die Anleger in der Stadt auch, und so machten wir hinter der letzten Brücke fest. Hier gab es noch reichlich Platz für uns. Das zweite ortsansässige Restaurant am Kanal hatte geschlossen, das andere kannten wir bereits, und da niemand so richtig großen Hunger verspürte, beschlossen wir, uns heute mit Baguette, Käse, Schinken und Wein den Bauch nicht ganz so voll zu schlagen. Als Abendprogramm wurde eine weitere Runde "Carcassonne" ausgewählt. Arne gewann natürlich, dann folgten Heike und Hans auf den Plätzen, Klaus musste sich dieses Mal mit dem viertem und letzten Platz begnügen.
 


Tag 7 - Mittwoch - 15. Oktober 2008

Nach dem Diät-Dienstag begann der heutige Tag wieder mit einem von unserem Smutje vorbereiteten leckeren Frühstück. Dann gab's ein weiteres technisches Problem: die Toilette in der Bugkabine war offensichtlich verstopft. Alle Versuche unsererseits zeigten keinen Erfolg. Naja, dann würden wir eben bei unserer nahegelegenen Marina vorbeifahren und hofften, dass das Problem sozusagen im Vorbeifahren gelöst werden könnte.

Auf dem Canal du MidiFünf Schleusenanlagen, mehrere Brücken und eine Eiscreme weiter legten wir in Argens-Minervois im Bootshafen von "Locaboat Holidays" rechtzeitig zur Mittagspause des Personals an. Es hieß, gegen 14:30 Uhr könne der diensthabende Techniker bei uns vorbeischauen, zur Zeit wäre er auf einem Serviceeinsatz außer Haus. An Deck lagen wir dann faul in der Sonne, machten später einen kleinen Rundgang durch den Ort (aber auch hier hatte das Restaurant bereits die Saison abgeschlossen), lasen und hielten ein Schwätzchen mit der Schleusenbekanntschaft aus Berlin, die ebenfalls hier festgemacht hatten. Wie sich herausstellte, wollten auch sie heute noch bis Le Somail weiterfahren, da für sie dort ihr Urlaub vorbei sein würde (Heimathafen). Wir hatten dagegen ja noch den ganzen Donnerstag vor uns! Der Chef der Marina schaute auch mal vorbei, hatte aber auch keine neuen Informationen, wann denn der Techniker von seinem Serviceeinsatz wiederkommen würde. Arne tankte Wasser auf und gegen 15:30 Uhr beschlossen wir unverrichteter Dinge weiterzufahren, denn eine Schleuse musste noch passiert werden und wir würden eben doch gerne noch nach Le Somail gelangen. Außerdem gab's ja noch zwei weitere funktionstüchtige Toiletten an Bord.

Bootsmann Arne war nicht nur perfekt beim Schleusen, sondern auch ganz souverän am Ruder ... Am Kanalufer befanden sich die unterschiedlichsten Wasserfahrzeuge ... Von gebrauchsfähigen Arbeitsgeräten, über Privatboote, bis hin zu reichlich verwahrlosten Teilen ...

Wasserfahrzeuge auf dem Canal du Midi

Die Ortschaften an der Kanalstrecke bis Le Somail wirkten immer mediterraner und bei dem schönen Wetter genossen wir die schöne Aussicht sowie die Sonnenstrahlen und die Wärme an Bord.

Blick auf Le SomailLe SomailIn Le Somail angekommen mussten wir feststellen, dass noch viele andere Bootsfahrer gerne in diesem Ort festmachen. Le Somail ist aber auch wirklich sehr hübsch. Wir ergatterten einen Anlegeplatz direkt vor dem Restaurant, in dem wir vor acht Jahren so gut gegessen hatten. Das Restaurant ist mittlerweile umgebaut und anscheinend unter neuer Leitung, aber verspricht immer noch einen kulinarischen Höhepunkt.

Wir unternahmen einen kleinen Rundgang durch den Ort, den wir schon bereits bei unserer ersten Süd-Frankreich-Bootstour im Jahr 2000 kennen gelernt hatten. Damals war es der westliche Wendpunkt unserer Reise.
Antiquariat in Le Somail
Wir besuchten als erstes das große Antiquariat, das es immer noch gab. Dieses Mal konnte Arne schon ganz allein in der Landessprache nach der für ihn interessanten Literatur fragen, und er erstand auch drei französische Hefte aus den Jahren 1919, 1937 und 1939.

Anschließend konnten wir einen Tisch im Restaurant "L'Ô à la bouche" reservieren.

Gegen 19:30 Uhr machten wir uns auf den kurzen Weg vom Hausboot zum Lokal. Es hatte sich seit unserem letzten Besuch ziemlich viel getan; draußen gab es eine Art Lounge für die Raucher, drinnen war alles im mediterranen-modernen-künstlerisch-anspruchsvollen Look renoviert. Die Speisekarte war um ein Pizza-Sortiment (auch als take away) erweitert. Mehrere Boots-Crews nutzen dieses Angebot, und holten sich "Maffia-Törtchen" ab, um sie an Bord zu verspeisen. Die Vorspeise mit dem riesigen Teller leckerer Meeresfrüchte fehlte allerdings auf der Karte, zum ganz besonderen Leidwesen von Klaus. Aber dennoch war die Auswahl gut und wir nahmen ein Fischmenü, Hans verzichtete allerdings auf die Vorspeise und Arne begnügte sich mit einer riesigen Pizza. Beim Bananasplit unseres Sohnes gab es dann einige Irritationen ob der gewünschten Eissorten. Der Service insgesamt war eher schleppend, die Bedienung reichlich zickig, obwohl dem Teenageralter seit langem entwachsen, aber zumindest geschmacklich war es ein gelungenes Abendessen.

Verdauungsspaziergang in Le SomailAnschließend machten wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang am Kanal entlang und erregten damit bei den Gänsen und Enten ein ziemlich lautes Geschnatter. Nach einem kleinen Schlummertrunk bei Kerzenschein ging's in die Kojen.
 


Tag 8 - Donnerstag - 16. Oktober 2008

Es folgte leider der letzte gemütliche Morgen unterwegs an Bord. Den Smutje hatten wir von seinen Frühstückspflichten bereits am Vorabend entbunden, da wir erst unsere Vorräte aufstocken mussten und auch Hans nach dem guten gestrigen Essen noch keinen Hunger verspürte. In Ruhe tranken wir zunächst Kaffee und Tee an Bord, dann gingen wir zum Einkaufsmarkt auf einem Schiff gegenüber dem Antiquariat. Einkaufsmarkt auf einem Schiff in Le SomailDort erstanden wir das letzte vorrätige frische Baguette, etwas Käse, Kaffee, Tomatenmark und ein paar Süßigkeiten. Hans erspähte noch eine DVD über die Katharer, die er sich glücklich über seinen Fund und kommenden Sehgenuss erstand.

Anschließend statteten wir dem örtlichen Hutmuseum (angeblich dem größten in Europa) einen Besuch ab. Ganz lustig aufgemacht, mit unzähligen Kopfbedeckungen aus vielen Jahrhunderten. Uns kam in den Sinn, Arne könnte zu Hause auch eine kleine Ausstellung eröffnen; mit all' den Kappen, die er bereits gesammelt hat, und damit dem Museum hier ein wenig Konkurrenz machen. Danach gab's dann Nudeln mit Tomatensoße für Arne und Hans, und dann legten wir ab, um die letzten Stunden auf dem Kanal zu verbringen. Vater und Sohn wechselten sich unterwegs am Ruder ab ...

Zunächst fuhren wir noch ein wenig weiter östlich bis Port de Cesse, um allen noch mal die Abzweigung zum Mittelmeer (über Narbonne bis Port la Nouvelle) zu zeigen, dann drehten wir schweren Herzens um und fuhren nun unwiederbringlich zurück Richtung Heimathafen. Ein Hinweisschild am Kanalufer zeigte die Fahrrichtungen nach Carcassonne und Beziers an. Auch Hans ergriff noch mal das Steuerrad, während Arne, ausgestattet mit reichlich gekühlten Getränken, sich wie so oft mit seinem iPod beschäftigte.

Hinweisschild vor einer EngstelleVor einer Engstelle forderte ein Hinweisschild dazu auf, das Signalhorn zu betätigen. Nur wenige andere Boote waren heute ebenfalls auf diesem Kanalabschnitt unterwegs. Über Le Somail, Ventenac-en-Minervois, Paraza fuhren wir bis Roubia, wo wir zur Kaffeepause und Ortsbesichtigung anlegten. Wie so oft gab es recht interessante Flora und Fauna zu entdecken und zu bestaunen. Wir hatten beispielsweise noch nie eine blühende Yukka gesehen. Der über eine Mauer fliehende Kürbis war auch recht nett anzuschauen. Schlangen und Skorpione gab es zwar in dieser Gegend auch, aber sie ließen sich nur selten blicken, und schon gar nicht fotografieren. Aber zumindest der Olivenbaum konnte vor uns nicht flüchten. Wir machten einen längeren Rundgang durch Roubia bei schönstem Sonnenwetter. Aber die Saison war eindeutig vorbei. Die unzähligen Caves und Chateaux zur Weinprobe waren fast alle geschlossen und der gesamte Ort machte insgesamt einen eher ausgestorbenen Eindruck. Unsere Ferien gingen ja auch zu Ende, warum sollte es anderen besser gehen als uns?

Päckchen-Anlegen in der MarinaWir legten das letzte Mal mit unserem Hausboot "Gemini" ab, bewältigten auch die letzte Schleuse ohne Probleme und fuhren in den Hafen der Marina in Argens-Minervois. Dort war es gerammelt voll, Boot lag an Boot und mit uns suchten noch zwei weitere Schiffsführer nach einer Anlegemöglichkeit. An den Stegen war allerdings nichts mehr frei, wirklich alles war belegt. Wir suchten uns daher einfach einen freien Platz neben einem anderen Hausboot, an dem wir als "Päckchen" festmachen konnten - was sich die anderen sowieso nicht getrauten. Was in Irland gängige Praxis ist, schien hierzulande wenig bekannt zu sein. Der einzige Nachteil dabei war, dass wir nur über das andere Boot an Land gehen konnten, aber da selbiges derzeit nicht in Gebrauch war, kein wirkliches Problem.

Bei einem kleinen Schwätzchen mit den Serviceleuten von "Locaboat" erfuhren wir, dass wir schweren Eindruck hinterlassen hatten, weil wir am Tag zuvor keinen Aufstand wegen der defekten Toilette gemacht hatten. Hätte sowieso nichts gebracht, da der einzige Techniker am Mittwoch noch den ganzen Nachmittag beschäftigt gewesen war. Wir erhielten noch einen Schlüssel für die (Damen)Dusche - ein Privileg, da die Duschen ansonsten ab 18:00 Uhr eigentlich geschlossen wurden. Lediglich die Toiletten blieben immer geöffnet. Nach einem Aperitif an Deck wagte sich Hans als erster in die nassen Fluten. Später gab's noch ein Resteessen, damit der Kühlschrank leer wurde. Eine letzte Spiele-Runde und die letzte Flasche Wein ...
 


Tag 9 - Freitag - 17. Oktober 2008

AbreisetagAbreisetag ... zunächst ging es mit dem Taxi von der Marina zum Bahnhof von Lézignan. Dieses Mal blieb uns ein Umsteigen in Narbonne erspart, denn der Zug fuhr durch bis Montpellier. Wir verbrachten zunächst geraume Zeit in einem Straßencafe nahe dem Bahnhof Montpellier Saint-Roch, bis wir dann mit dem Taxi zum Flughafen fuhren. Mit dem Flugzeug ging es zunächst zum Flughafen Hahn, von wo aus wir dann mit dem PKW zurück nach Offenbach fuhren. Kurz nach Mitternacht waren wir dann wieder zu Hause.




Ein Reisebericht von » Klaus Bartram und seiner Familie.

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